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Das Weinanbaugebiet Ahr - Zahlen, Fakten, Hintergründe
Mit "Fußbodenheizung" gedeihen Spitzenqualitäten
Qualität hat ihren Preis. Oder: "Von nix kütt nix", wie die Ahr-winzer sagen. International angesehene Weinfachleute verglei-chen die Top-Rotweine der Ahr mit Spitzengewächsen aus dem französischen Burgund. Berühmt ist die Ahr vor allem wegen des Spätburgunders, der als König aller Rebsorten gilt und in Frankreich Pinot Noir heißt.
Der Weinbau an der Ahr ist dem Hochalpinismus vergleichbar. Um in die sonnenverwöhnten Steillagen zu gelangen, kraxeln die Weinbauern über schroffe Geröllpfade in die Schieferter-rassen. In den seit Jahrhunderten unberührten Parzellen ste-hen oft nur sechs oder acht Rebstöcke beieinander. Der Ein-satz von Maschinen lohnt sich nicht.
Im winzigen Ahrtal ist alles eine Nummer kleiner, als in den üb-rigen Weinanbaugebieten. Indes zählen die Weine - besonders die Spätburgunder - zur absoluten Qualitätsspitze in Deutsch-land. Mit nur 520 Hektar bestockter Rebfläche kommt die Ahr gerade einmal auf Platz zehn der dreizehn deutschen Anbau-gebiete. Der Spätburgunder wird an der Ahr auf 293 Hektar Rebfläche angebaut. Dem Portugieser sind 75 Hektar reserviert. Es folgen Dornfelder (21 ha), Frühburgunder (21 ha) und Domina (8 ha). Auf 10 Hektar werden andere rote Traubensorten angebaut. Die Weißweine spielen eine untergeordnete Rolle, wenngleich bemerkenswerte Qualitäten hervorgebracht werden. Der Ries-ling nimmt 45 Hektar Rebfläche in Anspruch, Müller-Thurgau (34 ha), Kerner (6 ha) und sonstige Weißweinsorten sieben Hektar.
Günstige geologische Bodenverhältnisse und fast 1500 Son-nenstunden pro Jahr bieten den Trauben optimale Wachs-tumsbedingungen. Die Steillagen sind frei von schädlichen Umwelteinflüssen und entwickeln ein dem Mit
Die kargen Böden aus verwittertem Schiefer, Lößlehm, Kies, Vulkangestein und Grauwacke saugen tagsüber die Wärme auf und geben sie in den Nachtstunden wohldosiert an die Reben ab. Der Effekt läßt sich mit einer Fußbodenheizung, besser, mit einer Nachtspeicherheizung, vergleichen: Die Trauben werden rund um die Uhr mit Wärme versorgt. Im Sommer kann die Hit-ze im Wingert so unerträglich werden, dass die Winzer Mittags in die Siesta flüchten, während die Trauben Sonnen tanken.
Wenn auch der Wein vom mediterranen Klima schier endlos verwöhnt wird, haben es die Ahrwinzer weit schwerer, als in den meisten anderen deutschen Anbaugebieten. Die extremen Steillagen in den Felsterrassen hoch über dem Flüßchen Ahr sind zwar malerisch anzusehen, aber für die Winzer nur sehr schwer zugänglich, für Fahrzeuge meist unerreichbar.
Knapp 500 Winzer trotzen heute noch den widrigen Arbeitsbe-dingungen. Rund 50 Weinbauern sind Selbstvermarkter. Die übrigen beliefern als Nebenerwerbswinzer eine der fünf Genos-senschaften in Mayschoß, Walporzheim, Ahrweiler, Marienthal und die AhrWinzer eG mit Sitz in Bad Neuenahr. Die Winzer-genossenschaft Mayschoß-Altenahr wurde bereits 1868 ge-gründet. Heute ist sie die älteste noch bestehende Winzerko-operative der Welt.
Weitere Informationen: Tourismus & Service GmbH Ahr Rhein Eifel, Bad Neuenahr-Ahrweiler, Felix-Rütten-Straße 2, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler, E-Mail: info@tour-i-center.de oder Internet: www.wohlsein365.de
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